CDU Watch

Dieter Blechschmidt (CDU): “Schwule und Lesben können nichts für ihre Krankheit”

29.4.2012, 15:53 Uhr

Zwar wird bisweilen gerne geleugnet, daß die CDU ein Problem mit Homophobie hätte, doch angesichts dieses neuerlichen Vorfalls aus Plauen erscheint es zumindest fragwürdig, ob Mitglieder der CDU die sexuelle Selbstbestimmung ihrer Mitmenschen tatsächlich zu achten wissen. Dieter Blechschmidt, seines Zeichens CDU-Stadtradt der rund 66.000 Einwohner zählenden sächsischen Stadt Plauen bezeichnet Homosexuelle öffentlich als unter einer Krankheit leidende, die psychischen Ursprung hätte.

In einem öffentlichen Kommentar auf Facebook verstieg Blechschmidt sich am 27. April 2012 überdies zu folgender Aussage:

“die bibel ist in ihrem kern sogar bis zu 5000 jahre alt und war immer in ihren aussagen topaktuell. die zeiten ändern sich aber grundlegende richtlinien für das menschliche zusammenleben ändern sich genausowenig wie naturgesetze. wenn die bibel seit 5000 jahren eindrücklich vor homosexualität warnt dann ist das auch heute noch gültig, selbst wenn einige politsch korrekte politiker das anders sehen. bitte nicht falsch verstehen – natürlich können schwule und leseben zunächst mal nichts für ihre krankheit und niemand darf sie dafür verurteilen, doch eine krankheit sollte nicht zur gesellschaftlichen normalität erhoben werden, sondern den betroffenen sollte hilfe angeboten werden …”

Die Plauener CDU hat sich von Dieter Blechschmidts Einlässen bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht distanziert. Konsequenzen hatte dieser Einlass für Blechschmidt keine. Es scheint, daß die Plauener CDU Blechschmidts homophobe Haltung teilt.

Homophobie innerhalb der Sächsischen CDU war auf CDUWatch bereits im September 2011 ein Thema. Offenkundig scheint die Sächsische CDU ihrem Homophobieproblem seitdem nicht auf den Kern gegangen zu sein.

Nachtrag vom 30. April 2012, 13.40 Uhr: Die erzeugte Öffentlichkeit für die Äußerungen des Herrn Blechschmidt zeigen offenbar erste Wirkung. Der Kreisvorsitzende Sören Voigt der CDU Vogtland distanziert sich von Dieter Blechschmidts homophober Haltung mit folgenden Worten:

„Die Meinung von Dieter Blechschmidt ist in keinster Weise Auffassung der CDU-Vogtland. Bei seinen Äußerungen handelt es sich um eine Einzelmeinung von ihm. Diese steht jedem zu, ist aber nicht Allgemeingültig. In unserer modernen und offenen Gesellschaft gehört Homosexualität genauso zum Lebensverständnis, wie andere Religionen, die wir akzeptieren und tolerieren. Niemand soll, wegen seiner Meinung oder Orientierung ausgeschlossen werden. Dies ist auch und gerade eine Freiheit, die wir uns 1990 errungen haben. Ein Bezug zur christlich-abendländischen Geschichte und der Bibel ist in diesem Zusammenhang abwegig. Gerade wir Christen und Christdemokraten wollen offen und vorbehaltlos anderen gegenübertreten. Dies ist die wahre Berufung aus der Heiligen Schrift.”

Ob, und wenn ja welche Konsequenzen Dieter Blechschmidt erwarten, ist zum jetzigen Zeitpunkt unklar.

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