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Niedersachsens CDU billigt Tierquälerei (6)

Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, tritt die Niedersächsische Agrarministerin Astrid Grotelüschen, die nach einem seit Monaten andauerndem Tierquäler-Skandal unter massive Kritik aus der Öffentlichkeit geriet, nun zurück.

Seit geraumer Zeit kritisieren norddeutsche Umweltschützer und die Opposition im Landtag von Hannover die Zustände in der Geflügelindustrie. Anfang der Woche kam dann auch noch heraus, dass die Tierärztliche Hochschule in Hannover bereits im September ein Gutachten über ekelhafte Missstände in der Geflügelmast für das Grotelüschen-Ministerium angefertigt hatte. Es wurde unter Verschluss gehalten.

Der Rücktritt wurde von Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister verkündet. Stellte dieser sich in Vergangenheit noch hinter Astrid Grotelüschen, scheint ihm der Fall zu heikel zu werden:

Mittlerweile, heißt es in Hannover, steige auch Ministerpräsident David McAllister der intensive Stallgeruch seiner Ministerin in die Nase.

Womit der Weg für mehr Ehrlichkeit in diesem Amt geebnet ist. Astrid Grotelüschens Nachfolger ist Gert Lindemann (CDU), der hoffentlich einen anderen Weg als seine Vorgängerin einschlagen wird.

Update vom 18.12.2010: Der Vorsitzende der niedersächsischen CDU-Landtagsfraktion, Björn Thümler findet hingegen:

Der Umgang mit Astrid Grotelüschen durch die Opposition war respektlos und menschlich zutiefst verletzend. Ich kann gut nachvollziehen, dass die damit einhergehende Belastung, der die gesamte Familie Grotelüschen mittlerweile ausgesetzt ist, unerträglich wurde.

Völlig klar: Die anderen sind schuld! Es gab ja gar keinen Skandal um Astrid Grotelüschen. Das haben sich die Bürger alles nur eingebildet!