Die CDU entblößt ihr rechtes Gesicht
Die CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin in Personalunuion, Angela Merkel wird bei Spiegel Online nun mit folgenden Worten zitiert:
“Wir fühlen uns dem christlichen Menschenbild verbunden, das ist das, was uns ausmacht.”
Wer das nicht akzeptiere,
“der ist bei uns fehl am Platz.”
Es grenzt an Ironie und Satire, dass diese Äußerung ausgerechnet im Rahmen der seit Wochen andauernden Integrationsdebatte getätigt wurde.
Zwar spricht Angela Merkel in der Wir-Form, ob sie damit “wir Deutsche”, “Wir von der CDU” oder “Wir, die subtil rechtes Gedankengut salonfähig machen wollen” meint, bleibt jedem selbst überlassen.
Mit Sicherheit kann Angela Merkel jedoch nicht die vielen Deutschen Bundesbürger gemeint haben, die sich dem diesem so genannten christlichem Menschenbild nicht verschrieben fühlen, sondern Werte wie Nächstenliebe oder Ehrlichkeit eher aus persönlicher Überzeugung heraus leben – ohne dass es dafür eine religiöse Instanz benötigte.
Dass die Führungsspitzen von CDU und CSU gerade einen Rechtsruck innerhalb Ihrer Parteien organisieren, ist spätestens seit den kruden Thesen des Thilo Sarrazin bekannt.
Auch in der Jungen Union, dem Nachwuchs der CDU wird derzeit kräftig für rechtsgewandtes Gedankengut getrommelt, ohne daß es öffentlichkeitswirksamen Widerspruch zu hören gäbe.
Der Vorsitzende der Jungen Union Philipp Mißfelder (CDU) begrüßte die Einwanderungsthesen von CSU-Chef Horst Seehofer, der sich derzeit mit der These
“Wir als Union treten für die deutsche Leitkultur und gegen Multikulti ein – Multikulti ist tot.”
zu profilieren versucht.
Wie tief das geistige Niveau inzwischen gesunken ist, wird anhand Philipp Mißfelders Kommentar zu Seehofers Einlassung deutlich:
Aufgabe der CSU sei es, “für die Union insgesamt die Lufthoheit über den Stammtischen zurückzugewinnen”.
“Lufthoheit” – Möglicherweise werden dort spätpubertäre Masturbationsphantasien über die Luftwaffe ausgelebt. Wenigstens versteckt Mißfelder nicht einmal, dass es sich um billige Stammtischparolen handelt, die offenbar auch nur bei älteren versoffenen Ewiggestrigen Anklang finden.
Es gibt aber noch ein weiteres interessantes Erkennungsmerkmal dafür, daß man aktuell möglichst viel rechtes Gedankengut zu mobilisieren und an sich zu binden versucht:
Mißfelder, der am Freitagabend als Vorsitzender der JU bestätigt wurde, mahnte, rechts von der Union dürfe es niemals eine demokratisch legitimierte Kraft geben. Er fügte hinzu: “Und der Garant dafür in Deutschland ist und bleibt die CSU.”
Schwarz auf Weiß: Wenn irgendwer rechte Wählerstimmen für sich vereinnahmen will, dann sollen das die verkappten Rechten von CDU und CSU sein, die jetzt langsam die Maske fallen lassen.