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Eine Einordnung zu Günther Oettinger und seinem Thema Energiepolitik

31.12.2012, 18:29 Uhr

Der EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) hat der Rheinischen Post ein Interview zur Energiewende gegeben.

Auch wenn Oettinger hier wenig sagt, an dem man sich zwingend reiben muss, sei daran erinnert, daß diese so genannten “intelligenten” Stromzähler” durchaus auch eine sehr bedenkenswerte Schattenseite haben: Was sich in der Internetpolitik bereits unter dem Stichwort “Netzneutralität” eingebürgert hat, dürfte auch in der Energiepolitik besonders aus Verbrauchersicht eine enorm wichtige Sache werden.

Netzneutralität im Sinne des Internets meint, daß jedes Datenpaket frei von Diskriminierung von A nach B übertragen wird, und zwar ungeachtet seines Inhalts, seiner Abstammung, seines Ziels und ungeachtet von welchem Gerät es auf seine Reise geschickt wird.

Ein Verstoß gegen die Netzneutralität ist beispielsweise bei Mobile-Internet-Tarifen, wie sie Vodafone und Telekom anbieten, festzustellen. Dort heißt es im Kleingedruckten, daß Filesharing oder Skype-Telefonie (also Voice-over-IP) verboten sind. Der nächste Schritt besteht dann darin, daß der Provider dem Kunden anbietet, doch eine Zusatzoption zu buchen, die diese Dienste dann freischaltet.

Das ist nicht das Internet, wie es funktionieren sollte, sondern ein kaputtes und den wirtschaftlichen Interessen der Provider untergeordnetes Schminternet! Dringlichst zu empfehlen ist diese äußerst gelungene Visualisierung des Sachverhalts am Beispiel des Internet von der “Digitalen Gesellschaft”.

Oben beschriebenes könnten die Stromkonzerne mit besagten “intelligenten Zählern” auch bald machen:

“Oh, eine Kilowattstunde für Ihren Computerstrom ist Ihnen besonders wichtig? Na also DIE müssen wir jetzt aber mal anders bepreisen als beispielsweise die Kilowattstunde für ihren Geschirrspüler. Sie wollen demnächst auch Kilowattstunden für einen Durchlauferhitzer von uns haben? Da müssen sie erst einmal unsere Komfort-Option dazubuchen. Die gibts auch total günstig, für nur 8.99€ extra im Monat.”

Und obgleich diese Gefahr schon längere Zeit bekannt ist, kann gar nicht oft genug daran erinnert werden, daß es stellenweise lohnenswert sein kann, den Anfängen zu wehren.

Was Herrn Oettinger anbelangt, so wird darauf hingewiesen, daß dieser es als angebracht empfindet, Energiewendebefürworter als “Gutmenschen” zu titulieren und über den Weg der EU bereits einmal versucht hat, die Deutsche Energiewende zu sabottieren. Welche Rolle Oettinger bei der Bekämpfung der Energiewende sonst noch spielt, wurde in dem Artikel “Mobilisierung der Energiewende-Gegner” näher beleuchtet.

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