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CDU-Politiker zum Thema Stromsparen: “Das ist der dümmste Antrag, den ich je gelesen habe.”

16.12.2012, 18:38 Uhr

Nicht nur aus Gründen der Energiewende führen immer mehr Kommunen nächtliche Abschaltungen ihrer Straßenbeleuchtung ein. Auch ökologische Aspekte wie der Schutz der Insekten- und Vogelwelt spielen hierbei eine Rolle. Die CDU Hannover will von all dem nichts wissen und versteigt sich auf der Internetseite Weil-der-Kandidat.de zu fremdschamerregenden Kommentaren.

Die Seite Weil-der-Kandidat.de wird ausweislich ihres Impressums von Dirk Toepffer vom CDU-Kreisverband Hannover Stadt betrieben und ist laut eigener Angabe eine satirische Auseinandersetzung mit rotgrüner Politik im Allgemeinen und dem SPD-Politiker Stephan Weil im Speziellen. Am 20. Januar 2013 wird in Niedersachsen schließlich ein neuer Landtag gewählt.

Unter dem Titel “Dunkel war’s der Mond schien helle” spuckt Toepffer Gift und Galle in Richtung Rotgrün für ihr Bestreben, eine Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtung in Hannover Stadt einzuführen bzw. hierfür ein Konzept bis März 2013 zu erarbeiten. Mit viel Spott, dafür mit umso weniger Verstand gibt Toepffer in seinem Kommentar unter anderem zu verstehen:

“Nachdem SPD und GRÜNE in der Landeshauptstadt Hannover zurzeit jeden Unsinn mit ihrer Mehrheit durchdrücken, müssen wir jetzt dunkle Zeiten erwarten. Zur Kollisionsvermeidung mit anderen Fußgängern empfiehlt sich der Gebrauch von Stirnlampen.”

Apropos Stirnlampen! Toepffer ist nicht der einzige CDU-Politiker, dem das Licht der Erkenntnis noch nicht aufgegangen ist. Auch der CDU-Ratsherr Felix Blaschzyk findet Maßnahmen zur Eindämmung des Lichtsmogs unverständlich und wird auf Bild.de (Wir bitten um Verzeihung, daß diese publizistische Urinwand hier verlinkt wird) mit den folgenden Worten zitiert:

“Das ist der dümmste Antrag, den ich je gelesen habe. Er zeigt die ideologische Regulierungswut von Rot-Grün.”

Daß mit einer Nachtabschaltung nicht bloß große Mengen an Strom und damit Geld eingespart, sondern darüber hinaus auch weitere segensreiche Effekte für Mensch und Tier einhergehen würden, müssten die Herren Toepffer und Blaschzyk jedoch eigentlich wissen: Die wissenschaftspolitischen Sprecher aller CDU/CSU-Landtagsfraktionen selbst forderten schon 2009 Maßnahmen im Kampf gegen Lichtsmog.

Jedenfalls zeigt dieser Vorgang, daß angesichts der in vier Wochen stattfindenden Landtagswahl in Niedersachsen vonseiten der CDU kein Interesse an der Durchsetzung sinnvoller Begehren besteht. Und so wettert die CDU Hannover auf ihrer Facebookseite auch mit Bildern wie diesem gegen alles, was auch nur ansatzweise nach Lichtsmogreduktion riecht:

Schade eigentlich. Dabei könnten die Damen und Herren der CDU Hannover sich ja einmal auf der Facebookseite “Gemeinsam gegen Lichtverschmutzung” einige Argumente zu Gemüte führen, die nachvollziehbar begründen, weshalb Nachtabschaltungen durchaus im Interesse der Gesellschaft und der Tierwelt sind. Diese wird übrigens vom dem CDU-Kommunalpolitiker Christian Reinboth betrieben, der anlässlich der Kommentare seiner Parteikollegen wenig begeistert war und das auch zeigte:

Nachvollziehbar. Und gleichzeitig auch wenig verwunderlich angesichts einer Partei, die zwar mit der Energiewende kokettiert, gleichzeitig jedoch alles nur Erdenkliche unternimmt, um ihrem Gelingen Steine in den Weg zu stellen. Daß dies nicht bloß eine haltlose Behauptung ist, dürfte jedem spätestens dann klar werden, der Frank Farenskis Film “Leben mit der Energiewende” gesehen hat:

Glücklicherweise können am 20. Januar 2013 Niedersachsens Bürgerinnen und Bürger erneut darüber entscheiden, ob die Energiewendefeinde aus den Reihen der CDU auch weiterhin an der Zukunft des Landes Niedersachsens herumpfuschen können. Alternativen zur CDU gibt es schließlich genügend.

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