CDU-Fraktionsvorsitzender verschmäht Denkmäler für Opfer rassistischer Gewalt
Georg Böhme-Korn ist Fraktionsvorsitzender der CDU im Stadtrat von Dresden, einer Stadt, die bedauerlicherweise schon mehrfach wegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Neonazis in die deutschlandweiten Schlagzeilen geraten ist. Was Weniger bekannt ist, daß es für die Opfer von fremdenfeindlich motivierter Gewalt in Dresden Denkmäler wie das für Marwa El-Sherbini oder Jorge Gomondai gibt.
Vonseiten der Grünen kam kürzlich ein Antrag zur Umbenennung einer Straße oder eines Platzes zu Guernica-Straße/Platz. Mit diesem Antrag wollten die Grünen die
“gesellschaftliche Verantwortung für den Luftangriff der Sondereinheit Legion Condor der deutschen Wehrmacht am 26. April 1937″ hervorheben und die “militärische Bedeutung Dresdens während der NS-Zeit ins Bewußtsein rücken”.
Zu dieser Umbenennung kam es jedoch nicht, daß der Antrag an CDU, FDP und NPD scheiterte, wobei die Abstimmung mit 34 zu 34 Stimmen denkbar knapp ausfiel. Doch zurück zu dem CDU-Fraktionschef Georg Böhme-Korn. Dieser äußerte sich ablehnend gegenüber dem Antrag zur Umbenennung und bezeichnete sie laut einem Bericht von Zeit Online als eine
“bewusste Strategie, um Dresden mit einem Netz der Schande zu überziehen”.
Die Denkmäler für die Opfer fremdenfeindlich motivierter Gewalt betrachtet der CDU-Fraktionsvorsitzende als Ausdrücke dieser Strategie. In dem Bericht von Zeit Online heißt es weiter:
“Grit Hanneforth, Geschäftsführerin des Kulturbüro Sachsen e.V., sagt dazu: “Unabhängig davon, wie man zum Antrag der Grünen steht: Die Erinnerung an die Todesopfer rassistischer und islamfeindlicher Gewalt als ein ‘Netz der Schande’ zu bezeichnen, ist ein Schlag in die Gesichter der Opfer und ihrer Familien.” Und weiter betont sie: „Für diese Äußerung kann sich Herr Böhme-Korn des Beifalls der NPD gewiss sein. Was er als CDU – Fraktionsvorsitzeder und als Bürger dieser Stadt hier äußert, ist unverzeihlich. Ich erwarte eine klare, öffentliche Distanzierung der CDU-Fraktion von dieser Äußerung sowie eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema.”
Eine Distanzierung von Herrn Böhme-Korns Aussage ist auf der Presseseite der CDU-Fraktion der Landeshauptstadt Dresden bis zum heutigen Tage nicht existent. Vielleicht sollte Herr Böhme-Korns sich einmal mit seinem Verhältnis zur deutschen Geschichte und den inzwischen rund 150 Artikeln auf CDUWatch auseinandersetzen, wenn er auf der Suche nach einem “Netz der Schade” ist.
Nachtrag vom 2.7.2012: Laut DDN-Online sprach Herr Böhme-Korns nicht von einem “Netz der Schande”, sondern von “Fanalen der Schande”.
Mit Dank an den Hinweisgeber @_murx
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