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Verfahren gegen Bouffiers Neffen eingestellt

27.3.2011, 13:40 Uhr

Am Gießener Amtsgericht wurde an diesem Donnerstag gegen sechs Männer, denen schwere Körperverletzung vorgeworfen wird, die Anklage verlesen. Laut Frankfurter Rundschau sollen drei dieser Männer Neffen des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) sein. Nach Verlesung der Anklage wurde das Verfahren sofort eingestellt.

Die Frankfurter Rundschau wollte natürlich wissen, weshalb dieses Verfahren so abrupt eingestellt wurde. Möglicherweise könnte es etwas damit zu tun haben, daß es sich mutmaßlich um die Neffen des Ministerpräsidenten Bouffier handelt. Bisher war die Recherche der Frankfurter Rundschau jedoch nicht von Erfolg gekrönt:

Am Freitag war das Gericht für die Frankfurter Rundschau nicht zu erreichen.

Meldungen wie diese sollten nicht überraschen: Ähnliches kennt man bereits.

Update vom 30.03.2011: Nachdem die Redaktion der Frankfurter Rundschau vergangenen Freitag vom Gericht keine Auskunft mehr bekommen konnte, wurden diese nun für die Öffentlichkeit nachgereicht. Gerichtssprecherin Beate Mengel bekräftigte, daß man nicht im Geringsten unter Druck gesetzt wurde und daß das nichts mit Volker Bouffier zu tun habe. Weiter heisst es in dem Artikel:

Bei einem der Neffen, der als Haupttäter angesehen wurde, sei von einer Strafe abgesehen worden, weil dieser bereits in einem anderen Verfahren zu sechs Monaten Bewährungsstrafe verurteilt worden sei und eine neue Strafe „nicht erheblich ins Gewicht fällt“, so die Sprecherin.

Wir halten also fest: Drei Neffen des Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier werden angeklagt. Einer der drei Neffen ist bereits mit einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe belastet. Die Anklage gegen die drei wird jedoch sogar ohne Beweisaufnahme fallen gelassen. Nun sollte man meinen, daß gerade bei jemandem, der auf Bewährung ist, Gewaltausbrüche wie der, um den es sich in diesem Fall handelt, ein besonderes Augenmerk der behördlichenInstanzen geniessen, aber im Falle eines Neffen von Ministerpräsident Volker Bouffier scheinen diese Regeln ausser Kraft zu sein.

Im Zuge dessen sei noch auf folgendes Detail verwiesen:

Einer von Bouffiers Neffen wird das glimpfliche Urteil besonders erleichtert haben: Maximilian Pfeffer kandidiert auf der Kommunalwahlliste der CDU Gießen fürs Stadtparlament.

Laut Wahlergebnis 2011 schaffte dieser es jedoch nicht, gewählt zu werden. Es empfiehlt sich übrigens sehr, den ganzen Artikel zu lesen.

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