CDU Watch

Archive for Dezember, 2011

Dezember 31st, 2011

Aus dem CDUWatch-Maschinenraum 2011

Posted in Allgemein by Peter Piksa

Zum Ende des Jahres möchte ich meinen Lesern einen kurzen Einblick in den CDUWatch-Maschinenraum geben. Nachfolgend eine Übersicht, über die meistgelesenen Artikel 2011.

Meistgelesene Artikel 2011 Klicks
(0. Startseite) 13.986
1. Mechthild Ross-Luttmann über Vorratsdaten 13.321
2. Thomas Jarzombek über Atomkraftgegner 9.794
3. Plagiatsvorwurf gegen Matthias Pröfrock 7.592
4. Am besten hätte man Sie abschieben sollen! 2.195
5. Katrin Vogel entschuldigt sich bei Piraten 2.026
6. Siegfried Kauder greift Pressefreiheit an 1.383
7. Hermann Gröhe und die Dagegen-Partei 1.287
8. Verfahren gegen Bouffiers Neffen eingestellt 1.262
9. CDU sabotiert über die EU den Atomausstieg 1.074
10. de Maizière: Menschenrechte zweitrangig 1.030

Aus den meistgelesenen Artikeln lässt sich erkennen, daß kurze prägnante Texte zu Aufregerthemen beim Publikum am besten ankommen. Besonders häufig geklickt werden Artikel, in denen die Protagonisten in ganz besondere Fettnäpfchen getreten sind, wie beispielsweise Mechthild Ross-Luttmann, die mit einem extrem merkbefreiten Kommentar zur Vorratsdatenspeicherung es fast geschafft hätte, sogar die Startseite von Platz 1 zu vertreiben. Der Artikel sorgte auf Facebook und Twitter für großes Aufsehen.

So auch Thomas Jarzombek als er sich nach Fukushima auf Twitter über die japanischen Atomkraftgegner lustig gemacht hat und anschließend auch noch versuchte, sein Versagen ungesehen zu machen, indem er den betreffenden Tweet einfach löschte. Das kam natürlich gar nicht gut an – es trat der bekannte Streisand-Effekt ein.

Außerdem möchte ich möchte ich all jene würdigen, die einen ganz wesentlichen Teil dazu beitragen, daß die CDUWatch an Bekanntheit dazugewinnt und mehr Leute sich mit Politik allgemein und der teils verkorksten CDU-Politik im Besonderen auseinandersetzen:

Top 5 Referrer (von wo die Leser kommen) Klicks
1. Fefes Blog 14.896
2. Facebook 7.076
3. Twitter 5.794
4. Google 1.465
5. Rivva 960

Ein besonderer Dank geht an die inzwischen über 1.000 Twitter-Follower, die bei der Verbreitung der frohen Botschaft aus dem Hause der CDUWatch helfen, indem sie die Meldungen fleissig retweeten. Das gleiche gilt natürlich auch für die die vielen Menschen auf Facebook. Ihr seid echt super und ich bin wirklich dankbar, daß ihr euch daran beteiligt, die Fehlentwicklungen der CDU anzuprangern und Menschen darüber zu informiert, was CDU-Politik tatsächlich bedeutet. Vielen Dank auch an Blogger Fefe: Deine Verlinkungen haben den Bekanntheitsgrad der CDUWatch sicherlich nicht bloß in der Hacker-Szene, sondern auch darüber hinaus gesteigert.

Ich danke allen Lesern für die Unterstützung und den Rückhalt, den ich in erfahren habe. Danke auch für die eingesandten Hinweise und danke für die größtenteils sachliche Kritik. Ich hoffe, daß CDUWatch auch weiterhin einen Beitrag zur politischen Aufklärung leisten kann. Hier seid natürlich auch ihr gefragt, denn der Erfolg der CDUWatch speist sich im Wesentlichen aus sozialen Netzwerken und Verlinkungen in Blogs und Mundpropaganda.

Für das kommende Jahr wünsche ich allen Lesern Gesundheit und daß ihr das Jahr über immer wieder Grund zur Freude (Serviervorschlag) habt!

Dezember 28th, 2011

CDU betreibt energetische Klientelpolitik

Posted in Allgemein by Peter Piksa

Manuel Maltz beschreibt im Deutschlandfunk, wie die Regierungsfraktionen aus CDU/CSU und FDP ein Gesetz eingeführt haben, das energieintensive Unternehmen von den Kosten für Stromnetznutzung befreit. Das pikante an der Sache: Die Regelung geht zu Lasten aller anderen Betriebe und der Privathaushalte.

Im Juni diesen Jahres hat der Bundestag mit den Stimmen von CDU/CSU und FDP ein Gesetz beschlossen, wonach Unternehmen mit hohem Energieverbrauch wesentlich weniger für die Nutzung des Stromnetzes zahlen müssen als private Haushalte oder kleine Betriebe. Energieintensive Unternehmen, die mindestens 7.000 Stunden im Jahr Strom beziehen und mehr als 10 Gigawatt verbrauchen, zahlen für die Nutzung des Stromnetzes sogar gar nichts mehr. Von der Befreiung begünstigt sind große Aluminium- und Stahlhütten, Papier-, Glas- oder Zementhersteller und auch große Rechenzentren.

Aber auch das Zustandekommen des Gesetzes riecht nach Politikern, die sich von der Wirtschaftslobby haben vereinnahmen lassen:

An eine offene Diskussion im Wirtschaftsausschuss kann sich kein Parlamentarier erinnern. [...] Erst am Abend bevor das Gesetz im Wirtschaftsausschuss beschlossen wurde, tauchte die Idee einer Ausnahmeregelung für Großverbraucher in einem Änderungsantrag der Regierungsfraktionen von CDU/CSU und FDP auf. Zwei Tage später wurde die Netzentgeltbefreiung dann mit der Stimmenmehrheit der schwarz-gelben Koalition im Bundestag verabschiedet – gültig mit Beginn des kommenden Jahres.

Die CDU will von all dem augenscheinlich jedoch nichts gewusst haben:

Im Büro des wirtschaftspolitischen Sprechers der Unionsfraktion, Joachim Pfeiffer, will man sich zum Hergang nicht äußern. Dass der Wortlaut im Änderungsantrag nahezu identisch mit der Stellungnahme der Wirtschaftsvereinigung Metalle ist, bleibt ebenfalls unkommentiert.

Es ist übrigens sehr zu empfehlen, sich den ganzen Beitrag wahlweise durchzulesen, oder anzuhören (auch als Torrent).

Dezember 25th, 2011

Die Wahlniederlagen der CDU in 2011

Posted in Allgemein by Peter Piksa

Sieben Landtagswahlen hatte das Jahr 2011 zu bieten. Für die CDU endeten fünf in Machtverlusten von denen Sachsen-Anhalt mit einem Verlust in Höhe von 3,7% noch der erträglichste war – in Hamburg verlor die CDU gewaltig: Es galt einen machtpolitischen Aderlaß in Höhe von 20,7% zu erdulden.


Besonders schmerzhaft war der Wahlausgang in Baden-Württemberg. Obgleich die CDU mit 39% zwar insgesamt stärkste Fraktion wurde, kostete der ohnehin bereits schmerzliche Verlust von 5,2% aufgrund einer erstarkten Grünenfraktion, die ihren Anteil auf 24,2% anheben und somit mehr als verdoppeln konnte, den seit über fünf Jahrzehnten andauernden Regierungsauftrag, der fortan von Grünen und SPD wahrgenommen wird.

Auch in Hamburg brachte die Landtagswahl 2011 die CDU um ihren Regierungsauftrag, den sie nach der Wahl an die SPD abgeben musste.

Abzuwarten bleibt, wie die für den 6. Mai 2012 anstehende Landtagswahl in Schleswig-Holstein ausgehen wird. Zwar behauptet die dortige CDU mit 31,5% zurzeit den Titel der stärksten Fraktion, doch bereits im Vergleich zur Landtagswahl 2005 büßte sie 8,7% ein.

Sollte diese Entwicklung sich fortsetzen und sollten auch in Schleswig-Holstein die Grünen weiteren Zuspruch erhalten, wovon ebenso auszugehen ist, wie daß der gegenwärtige CDU-Regierungspartner FDP deutliche Verluste einfahren wird, so wäre für die CDU auch in Schleswig-Holstein ab Sommer 2012 wohl Oppositionsarbeit angesagt.

Dezember 21st, 2011

CDU bekämpft Arbeitnehmerrechte

Posted in Allgemein by Peter Piksa

Falls tatsächlich noch jemand dem Irrglauben aufsitzen sollte, die CDU setze sich angeblich für die Interessen von Arbeitnehmern ein, der sollte sich den Artikel “CDU will Lohndumper schonen” durchlesen, um zu erkennen, wie es wirklich läuft.

Die Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und Personalserviceagenturen (CGZP), die jedoch seit einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 14. Dezember 2010 nicht tariffähig ist, wird vonseiten der CDU gegen Nachzahlungsansprüche verteidigt.

Laut taz wurde in der juristischen Fachliteratur bereits seit 2003 darüber diskutiert, daß die CGZP eigentlich nicht als tariffähig gelten dürfte. In 2007 wurde reichweitenstark darüber berichtet.

Die CDU behauptet jedoch, daß mit der Feststellung der Tarifunfähigkeit der CGZP angeblich niemand rechnen konnte, und daß die Unternehmen entsprechend nicht mit den Rückzahlungen belastet werden dürften, die den geschädigten Arbeitnehmern gesetzlich zustehen.

Dezember 14th, 2011

CDU gegen Informationsfreiheit & Open Data

Posted in Allgemein by Peter Piksa

In einer Pressemitteilung vom 13. Dezember 2011 kritisiert der Grünenabgeordnete Thorsten Fürther die Schleswig-Holsteinische CDU/FDP-Landesregierung wegen ihrer aus Seiner sicht “gründlich vertanen” Chance, Informationsrechte für Bürgerinnen- und Bürger auszubauen.

Gemeint ist ein Informationsfreiheitsgesetz, in dem auch der Grundsatz von Open Data, also die Verfügbarkeit von Daten, Analysen und Gutachten übers Internet, verankert werden soll.

Dr. Michael von Abercron (CDU) und Ingrid Brand-Hückstädt (FDP) stören sich an dieser Transparenzoffensive und verkünden in Ihrer Pressemitteilung “Datenschutz gilt für alle” folgende Botschaft an die Bürger Schleswig-Holsteins:

“Es ist schon bezeichnend, dass die Grünen Geschäftsgeheimnisse nicht mehr zu den schützenden persönlichen Daten zählen wollen. Einen “Zwei-Klassen” Datenschutz wird es mit uns nicht geben Auch die Forderung, von vornherein alle Daten, Analysen und Gutachten ins Netz zu stellen, ist mehr als wirklichkeitsfremd. Wir stehen für die Entbürokratisierung nicht für einen Datenfriedhof im Internet.”

Daß die Verfügbarkeit von Daten letztlich einer umsichtigen Politik dient, weil basierend auf der Verfügbarkeit von Daten klügere Entscheidungen getroffen werden können, scheint die CDU an dieser Stelle nicht zu interessieren.

Besonders abwegig scheint die Gleichsetzung von Geschäftsgeheimnissen mit persönlichen Daten. Offenbar ist den Fraktionen von CDU und FDP nicht bekannt, daß das Konzept der Privatsphäre ein gänzlich anderes als das der Geheimnisse ist und daß der Staat keine Privatsphäre genießt.

Gerade weil es immer öfter zu so genannten Private-Public-Partnerships kommt, in denen Privatunternehmen Aufgaben übernehmen, die ehemals von Bund, Ländern und Kommunen wahrgenommen wurden, ist der Hinweis auf Geschäftsgeheimnisse sehr kritisch zu betrachten. Ein prominentes Beispiel waren die Berliner Wasserwerke. Nachdem die Berliner Wasserversorgung im Rahmen eines Private-Public-Partnerships umgebaut wurde, kam es zu einem plötzlichen Anstieg der Wasserpreise. Erst eine Bürgerinitiative sorgte schließlich für die Offenlegung der Berliner Wasserverträge, die grobe Missstände offenbarte.

Kurzgefasst lässt sich die Haltung der Schleswig-Holsteinischen CDU wie folgt interpretieren:

“Bürger sollen sich schön heraushalten, wenn wir mit unseren Freunden aus der Wirtschaft Privatisierungen durchführen.”

Mit freundlichem Gruß an Netzpolitik.org für den öffentlichen Hinweis.

Dezember 12th, 2011

Verdeckte Spenden von Heckler & Koch

Posted in Allgemein by Peter Piksa

Wie Focus Online berichtet, hat der deutsche Waffenhersteller Heckler & Koch jahrelang Spenden an die CDU geleistet um sich auf diesem Wege möglicherweise die Zustimmung der Partei zu erkaufen.

Interessantes Detail in diesem Zusammenhang: Weil Spenden ab 10.000 Euro der Öffentlichkeit bekanntgegeben werden müssen und der Vorgang allen Beteiligten offenbar zu heikel ist, als daß man sich damit ins Licht der Öffentlichkeit begeben möchte, wurden alle Spenden knapp unter der Veröffentlichungsgrenze von 10.000 Euro getätigt. Auf diesem Wege soll die CDU etwa 90.000 Euro von dem Waffenhersteller angenommen haben.

Eine Übersichtliche Darstellung aller meldepflichtigen Parteispenden über alle Parteien hinweg findet sich hier.

Nachtrag von 14.30 Uhr: Laut SWR soll die seitens Heckler & Koch an die CDU gespendete Summe seit 2002 insgesamt 70.000 Euro betragen.

Dezember 7th, 2011

Am besten hätte man Sie abschieben sollen!

Posted in Allgemein by Peter Piksa

Daß Ausländerfeindlichkeit in der CDU zumindest latent vorhanden ist, dürfte spätestens seit dem Einlass der Niedersächsischen Landtagsabgeordneten Gudrun Pieper im Rahmen einer Debatte zur Flüchtlingspolitik kaum noch zu verdecken sein.

Gegenüber der türkischstämmigen Grünenabgeordneten Filiz Polat entglitt der CDU-Abgeordneten Pieper der Ausruf

„Am besten hätte man Sie abschieben sollen.“

Debattiert wurde im Rahmen dieser Sitzung unter anderem auch die bereits auf CDUWatch kritisierte Flüchtlingspolitik unter dem Niedersächsischen Innenminister Uwe Schünemann.